Aus Alt mach Neu in drei Monaten

Mit der Kernsanierung des Grand Hotel Mussmann im Herzen Hannovers ist wieder Glanz in eines der traditionsreichsten Hotels der Stadt eingekehrt. Erbaut 1859, wurde das 4-Sterne-Haus gegenüber dem Hauptbahnhof nach 150jähriger Geschichte während der Sommermonate 2009 umfangreich renoviert und umgebaut. Dazu ließ der Hotelier das Gebäude zunächst über sämtliche Etagen bis auf die tragenden Betonstützen komplett entkernen. Anschließend wurde eine neue, den veränderten Komfortansprüchen der Gäste entsprechende innere Struktur geschaffen: Die Zimmer und Suiten orientieren sich um die grünen Innenhöfe des Gebäudes oder zum Bahnhofsvorplatz und wurden mit je 25-60 Quadratmetern sehr großzügig angelegt, wodurch sich die Anzahl der Zimmer von ursprünglich 140 auf 100 reduzierte. Die Räume wurden sehr hochwertig ausgebaut und mit luxuriösen Naturmaterialien wie Marmor, Granit, Leder und Holz ausgestattet. Leuchtbilder an den Türen geben jedem Zimmer einen eigenen Namen und bieten Orientierung in den Fluren. Germerotts Aufgabe war es, nach der Entkernung die raumbildenden Elemente wiederherzustellen.

In nur drei Monaten realisierte Germerott sämtliche Wandkonstruktionen und Deckenbekleidungen über alle Geschosse hinweg und verbaute in dieser Zeit 20.200 Quadratmeter Plattenmaterial, 8.000 Quadratmeter Dämmstoff und 6.350 Kilogramm Fugenfüller. Um eine termingerechte Fertigstellung zu erreichen, mussten die verschiedenen Gewerke genau aufeinander abgestimmt und eine tagesgenaue Terminplanung strikt eingehalten werden. In den Zimmern wurden die Decken als abgehängte Konstruktionen mit Gipskartonplatten realisiert, in den Fluren waren sie als freigespannte Brandschutzdecken auszuführen.

Die besonderen Anforderungen im Hotelbau stellen für den Ausbau stets eine große Herausforderung dar: Die Räumlichkeiten stehen in ständiger, intensiver Nutzung und werden häufig gereinigt. Während andernorts gewisse Gebrauchsspuren als natürlicher Abnutzungsprozess durchaus akzeptiert werden, sollen Hotelräume dabei aber stets tadellos und wie neu erscheinen. Das erfordert höchste Qualität von Materialien, Oberflächen und schadensanfälligen Bereichen wie beispielsweise Kanten. Um hier eine exakte Verarbeitung und dauerhafte optische Qualität zu gewährleisten, setzte Germerott an Deckenversprüngen, Laibungen und vorstehenden Kanten vorgefertigte Formteile ein, die im Gehrungsschnitt in der Ecke mit einem Hart-PVC-Profil verstärkt wurden. Ebenfalls in der hauseigenen Vorfertigung in Gehrden hergestellte Kunststoffpaneele bilden die Deckenelemente in den luftfeuchtebelasteten Duschen und WCs. Bereits werkseitig mit sämtlichen Öffnungen für Armaturen sowie mit Beleuchtungs- und Belüftungselementen versehen, ließen sich diese vor Ort zeitsparend montieren.

Bautafel

Projekt: Sanierung Grand Hotel Mussmann
Leistung: Trockenausbau
Ausführung: 06/09 – 08/09
Bauherr: Wilhelma Pagel-Mussmann OHG
Architekten: Architekten BKSP
Grabau Leiber Obermann und Partner

 

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