Brückenschlag für effiziente Arbeitsprozesse

Eine 20 Meter lange, gläserne Brücke verbindet das neuste Forschungs- und Entwicklungsgebäude der KWS Saat AG mit bestehenden Bauten des weitläufigen Betriebsgeländes der Firmenzentrale im niedersächsischen Einbeck. Seit über zehn Jahren entwickelt der führende Saatgutspezialist gemeinsam mit dem Planungsbüro Bünemann & Collegen auf Grundlage eines Masterplans in einem kontinuierlichen Prozess die bauliche Struktur des Standortes. Zuletzt baute das Unternehmen das älteste Gebäude auf dem Gelände, einen Maschinen- und Saatgutspeicher aus dem Jahr 1946, in ein modernes Bürogebäude für den Bereich Forschung und Entwicklung um. Die für die neue Nutzung ungünstige Gebäudetiefe und die massive Ziegelfassade wurden durch einen zentral eingeschnittenen Lichthof und raumhohe Fenster aufgebrochen. Ausdruck dieser neuen Transparenz ist auch die gläserne Brücke, die in neun Metern Höhe eine Verbindung zum gegenüberliegenden Biotechnikum schafft. Sie verkürzt die Wege zwischen den Forschungsgebäuden, macht Arbeitsprozesse effizienter und nach außen sichtbar und fördert die Kommunikation. Die Ausführung dieser Konstruktion war allerdings nicht so leicht wie das optische Ergebnis – auch Germerott sah sich bei der Innenverkleidung der Decke vor besondere Herausforderungen gestellt.

Aus statischen Gründen wurde die Brücke in einem Krümmungsradius von etwa 100 Metern vorgespannt – über ihre Länge von 20 Metern ergibt sich so eine Stichhöhe von etwa einem halben Meter. Der konkave Verlauf musste auch in der Deckenverkleidung fließend aufgenommen werden. Diese war außerdem mit integrierten Punktstrahlern zu versehen und durch beidseitig durchlaufende Lichtvouten optisch von der Verglasung abzusetzen. Hinzu kam ein enger Zeitrahmen von nur zwei Wochen bis zum Tag der offenen Tür, an dem die Eröffnung des Umbaus stattfinden sollte. Nachdem mehrere Trockenbaubetriebe angesichts der Summe dieser Schwierigkeiten die Waffen gestreckt hatten, erledigte Germerott den Auftrag in nur einer Woche. Absolut präzise montierte, vorgefertigte Deckenelemente aus Gipskartonplatten ermöglichten die sanft geschwungene Rundung der Konstruktion. Alle Oberflächen wurden geglättet und in Qualitätsstufe Q4 übergeben. Die seitlich integrierten Lichtvouten unterstützen die offene, transparente Gestaltung der Brücke und setzen auch nach außen einen eleganten optischen Akzent.

Bautafel

Projekt: Verbindungsbrücke Forschungsgebäude KWS Saat in Einbeck
Leistung: Trockenausbau
Ausführung: 07.04. 2010 - 13.04.2010
Bauherr: KWS Saat AG, Einbeck
Architekten: Bünemann & Collegen GmbH, Hannover

 

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