Erweiterungsbau Versicherungsgruppe VGH in Hannover

Raum für die Lieblingsfarben der Niedersachsen

Mit der Erweiterung ihres Hauptsitzes um einen dreiteiligen Neubau hat die Versicherungsgruppe Hannover (VGH) die bis dahin über das Stadtgebiet verstreuten Abteilungen an einem Standort zusammengeführt. Als Ergänzung des 1972 begonnenen und 1995 erstmals erweiterten Komplexes fügen sich die vier- bis fünfgeschossigen Neubauten mit insgesamt 28.500 m2 Nutzfläche harmonisch in die Stadtstruktur ein. Ihre kristallin geformten Baukörper sind auf einem leicht erhabenen Steinplateau um einen öffentlich zugänglichen Hof gruppiert. Wie auch die vorherigen Bauabschnitte spiegeln sie die Architektursprache ihrer Entstehungszeit wider. Das Wechselspiel von Offenheit und Geschlossenheit in der städtebaulichen Komposition greift auch auf die Fassadengestaltung über: Raumhohe Fensteröffnungen wechseln sich ab mit geschlossenen Feldern, wobei farbige Fensterlaibungen den Fassadenrhythmus besonders betonen. Einschnitte in Form stumpfer Dreiecke markieren die Eingänge ins Innere der Gebäude mit großzügigen Eingangshallen, Konferenz- und Schulungsräumen, flexibel nutzbaren Bürozonen sowie zweigeschossigen Wohnungen. Dem Bau liegt ein vielschichtiges Konzept ökologisch nachhaltiger Lösungen wie Betonkernaktivierung, hocheffiziente Fassadendämmung und Solarenergienutzung zu Grunde, das zu einem gegenüber vergleichbaren Gebäuden um 40 Prozent niedrigeren Energieverbrauch führte.

An der Realisierung des Bauvorhabens waren rund 70 Planer und Firmen beteiligt, davon 60 aus Niedersachsen. Mit der Arbeitsgemeinschaft von Germerott und Skala Trockenbau managten auch den Trockenausbau Unternehmen aus der Region. Und auch hier wurde zukunftsweisend gearbeitet: Alle im Innenausbau verwendeten Materialien sind auf ihre Umweltverträglichkeit geprüft. Ein besonderes Highlight ist das Foyer zu den neuen Veranstaltungssälen mit komplexen Anforderungen bezüglich Klimatisierung und Akustik. Germerott löste die Problematik durch eine aufwendig gestaltete Deckenkonstruktion aus aufgesetzten Gipskartonrahmen, die in einer regelmäßigen Geometrie aus gleichseitigen Dreiecken montiert wurden. Zur Verbesserung der Akustik sind die Rahmen leicht zurückspringend mit perforierten Werkstoffplatten ausgefacht. Die geometrische Struktur der Decke steht in spannender Wechselwirkung mit der den Eingangsbereich dominierenden Kunstinstallation von Tim Ullrich, „Die Lieblingsfarben der Niedersachsen“. Auch von außen durch die Glasfassade gut sichtbar, bekleidet das Werk auf einer Länge von 90 Metern die zentrale Wand mit monochrom eingefärbten Holzplatten in elf verschiedenen Farben. Der Künstler hatte dazu die Landesbewohner befragen lassen und die statistisch hochgerechnete Verteilung der Lieblingsfarben in zufälliger Reihenfolge auf die rund 2500 Quadrate übertragen.

Bautafel

Projekt: Erweiterungsbau Versicherungsgruppe VGH in Hannover
Leistung: Trockenausbau
Ausführung: 03/08 – 06/09
Bauherr: Landschaftliche Brandkasse Hannover
Architekten: ASP Architekten Schneider Meyer Partner, Hannover
 

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